St. Marien-Kirchengemeinde Heiligenloh-Colnrade

Sanierung des Kirchturms Heiligenloh

Im unmittelbaren Anschluss an den Aufgang zum Kirchturm befindet sich die historische restaurierte Meyer-Orgel. Von daher erwuchs nach der 2010 erfolgreich abgeschlossenen Orgelrestaurierung von selbst der Wunsch, nun endlich auch den lange gehegten Plan zur Ausführung zu bringen, den Kirchturm innen und außen zu sanieren und dafür ebenfalls LEADER-Fördermittel zu beantragen.

Die Kirche in Heiligenloh wurde im 13. Jahrhundert errichtet und steht unter Denkmalschutz. Der Turm ist bis heute der Mittelpunkt des 500-Seelen-Dorfes und des knapp eintausend Gemeindeglieder umfassenden Kirchspiels Heiligenloh. Im Jahr 1905 brannte der Kirchturm durch Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber unverzüglich wieder aufgebaut. Spuren des verheerenden Brandes sind noch im Aufgang zum Turm erkennbar.

In den letzten Jahrzehnten war das Mauerwerk von Süd- und West-Außenwand des Turmes vertikal gerissen und wurde im Sommer 2011 im Zuge der Instandsetzungsmaßnahme kraftschlüssig wiederhergestellt. Geschädigte Eichen-Zugbalken unterhalb des Glockenstuhls sowie das Traufgesims des Turmes wurden erneuert. Und über dem Turmeingang wurde ein Vordach angebracht. Zum Abschluss erhielt das Turminnere einen frischen Anstrich. Auch die Außenhaut des Turmes, die im Lauf der Jahrzehnte infolge Verschmutzung und anderer Umwelteinflüsse deutlich „ergraut“ war, konnte einen komplett neuen Anstrich erhalten. Auf diese Weise erstrahlt der Kirchturm nun wieder in seinem ursprünglichen hellen Farbton und zieht die Blicke von Vorbeifahrenden und Besuchern gleichermaßen auf sich.

Sämtliche Arbeiten am Kirchturm wurden durch den niedersächsischen und kirchlichen Denkmalschutz begleitet und sind entsprechend den Vorgaben aus dem Denkmalschutz sach- und fachgerecht ausgeführt worden.

Die Finanzierung der Gesamtkosten für die Instandsetzung des Kirchturms von 108. 151, 79 Euro wurden neben der Zuweisung von 46.500, 00 Euro aus kirchlichen Mitteln sowie durch Eigenmittel der Kirchengemeinde (25.500, 00 Euro) maßgeblich durch die gewährte Förderung aus dem LEADER-Programm (GLL Oldenburg) in Höhe von 35.530, 00 Euro gesichert.

 


Restaurierung der historischen Orgel in der Kirche in Heiligenloh

Orgelmusik zum Lob Gottes hat in der Kirche in Heiligenloh eine jahr-hundertelange Tradition. Lange Zeit hat die Gemeinde jedoch nicht mehr gewusst, was für eine Kostbarkeit auf der Westempore ihrer Kirche steht.

Erst im Zuge der geplanten, weil unüberhörbar notwendig gewordenen, Säuberungs- und Reparaturarbeiten, rückte in das Bewusstsein von Kirchenvorstand und Gemeinde: Die Orgel in der Heiligenloher Kirche wurde 1840 durch Eduard Meyer (1806-1889), Sohn des berühmten hannoverschen Hoforgelbauers Ernst Wilhelm Meyer erbaut.

Kirchengemeinde und Förderverein der ev. – luth. Kirche Heiligenloh machten sich begeistert an das große Projekt: Restaurierung der wertvollen Meyer-Orgel in der Heiligenloher Kirche.

Das Niedersächsische Amt für Denkmalspflege bestätigte die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges in vollem Umfang. Im Gutachten wird bescheinigt, dass „die seitenspielige Orgel … vor allem im Bereich der Windladen, der Spiel- und Registermechanik sowie der im Kirchturm untergebrachten Keilbalganlage mit Kalkantentritt ein Höchstmaß an Originalsubstanz auf(weist). Das Pfeifenwerk des Instrumentes ist ebenfalls zum größeren Teil noch im Original erhalten, hat jedoch einige – auch klanglich relevante – Veränderungen hinnehmen müssen.“ Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Orgel „noch heute im bauzeitlichen Gehäuse untergebracht (ist) …. Der Prospekt ist in klassizistischen Formen gehalten und folgt einem für Meyer für Dorfkirchenorgeln üblichen, fünfteiligen Aufbau: Flache Prospektwand mit hohem Mittelfeld, etwas niedrigeren Seitenfeldern und den beiden dazwischen liegenden, halbhohen Feldern für die kleinen Pfeifen des 8`Prinzipals.“  In der abschließenden Bewertung heißt es u. a..: Von den ca. 15 heute noch erhaltenen Meyer-Orgeln (von insgesamt knapp 60 erbauten Instrumenten)  „ist das Heiligenloher Instrument durch seinen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand und seine weitgehende Vollständigkeit besonders hervorzuheben.“ Von daher sei die angestrebte Restaurierung der Rückführung der leichten Veränderungen am Pfeifenwerk auf die überlieferte Originaldisposition „denkmalpflegerisch vertretbar und wünschenswert“ ebenso wie die „nach gesichertem Befund zu erfolgende Neufassung des Prospektes und Gehäuses“.

Aus dem ursprünglich für die Kirchengemeinde mit rund 20.000 Euro veranschlagten Projekt einer Orgelreparatur ist mit der Entscheidung für die Instandsetzung der Orgel, der Orgelempore und des Orgelprospektes schließlich eine Maßnahme mit Gesamtkosten in Höhe von 97.387, 82 Euro geworden. Sie konnte dank der großzügigen Förderung durch die Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Oldenburg (LEADER-Mittel) (40.770 Euro), sowie durch die Volksbank Vechta und Volksbankstiftung (insgesamt 12. 000 Euro), die Klosterkammer Hannover (7.500 Euro) und durch gut 37.000 Euro Eigenmittel (einschließlich Mittel der Landeskirche Hannovers) finanziert werden.

Am 4. Februar 2010 begannen Orgelbaumeister Stefan Linke aus Rotenburg und Orgelbauer Willehard Schomberg, mit den umfangreichen Restaurierungsarbeiten.

Diplom-Restaurator Dietrich Wellmer aus Groß-Thondorf nahm die Neufassung des Prospektes und Gehäuses sowie der Emporenbrüstung vor. Die holzsichtige Farbe (mit schwarzen bzw. farbigen Begleitern) entspricht dem bereits 2004 festgestellten Befund aus der Zeit des Neubaus der bis dahin unmittel-bar an das Orgelgehäuse anschließenden Empore um 1900.

Seit dem 8. August 2010 erklingt das Instrument, das Hoforgelbauer Eduard Meyer 1840 für die Heiligenloher Kirche gebaut hat, wieder originalgetreu, wie zu Zeiten der Orgelbaufirma Meyer, und ruft die Gemeinde zum Lob Gottes und im Hören und gemeinsamen Singen zu Glauben, Hoffnung und Liebe.

                                                                                                          Pastorin Dr. Marikje Smid      

 

Disposition

1. Manual C,D-f‘‘‘
Prinzipal          8‘            nicht original, 4 Innenpfeifen sind erhalten
Bordun          16‘            ab c‘ original
Rohrflöte         8‘            original erhalten, 12 Holzpfeifen nachgebaut
Oktave            4‘            original
Oktave            2‘            original
Mixtur 3fach                  original

 

2. Manual C,D-f‘‘‘
Gedackt          8‘            komplett neu
Gambe            8‘            C-H mit Gedackt 8‘ gekoppelt, Rest original

Spitzflöte        4‘            neu
Flöte               2‘            aus 1986

 

Pedal

Subbaß          16‘            original

Oktavbaß        8‘            25 Holzpfeifen nachgebaut

Oktave            4‘            original
Posaune        16‘            30 Holzpfeifen nachgebaut